
Gut zwei Tage nach dem verheerenden Zugunglück im Süden Spaniens gehen die Behörden davon aus, dass die Zahl der Todesopfer nicht mehr deutlich ansteigen wird. Zugleich steht das Land nach einem weiteren schweren Bahnunfall nahe Barcelona unter Schock. Man habe bisher 42 Leichen nach dem Unfall in Adamuz geborgen, und diese Zahl komme der seit dem Unfall vom Sonntagabend in der andalusischen Provinz Córdoba insgesamt eingegangenen Vermisstenanzeigen (43) sehr nahe, sagte der regionale Gesundheitsminister Antonio Sanz.
Bei dem Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen nahe der Ortschaft Adamuz waren auch Dutzende Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Nach amtlichen Angaben lagen zuletzt noch neun von ihnen auf Intensivstationen. Aber keiner der Verletzten schwebe mehr in Lebensgefahr.
Nur zwei Tage nach der Katastrophe wurde Spanien am späten Dienstagabend von einem weiteren Bahnunfall erschüttert. Während eines heftigen Sturms stürzte eine Stützmauer nahe Gelida westlich von Barcelona auf die Gleise und traf einen Nahverkehrszug. Einer der Lokführer, ein 28-Jähriger, der noch in der Lernphase war, kam dabei ums Leben. 37 Passagiere wurden verletzt, fünf davon schwer.
Der Nah- und regionale Zugverkehr Kataloniens wurde ausgesetzt, um die durch das Unwetter beschädigte Infrastruktur zu prüfen.
Alle Hypothesen sind noch offen
Unterdessen wurde am Mittwoch an der Unglücksstelle in Adamuz die Suche nach möglichen weiteren Opfern fortgesetzt. Dabei würden vor allem die Trümmer zweier Waggons durchsucht, die beim Unfall eine vier Meter hohe Böschung hinuntergestürzt und dabei völlig zerstört worden waren.
Auch die Arbeiten zur Identifizierung der Opfer und zur Ermittlung der Ursache des Unglücks gehen weiter. Der TV-Sender RTVE berichtete unter Berufung auf die Behörden, 25 der 42 Todesopfer seien bereits anhand der Fingerabdrücke identifiziert worden. Amtliche Informationen dazu lagen zunächst jedoch nicht vor. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin gibt es auch deutsche Opfer. Unklar blieb zunächst, ob es sich um Tote oder Verletzte handelt.
Innenminister Fernando Grande-Marlaska schloss derweil Sabotage als Ursache der Tragödie aus. Es sei aber noch zu früh, um über die Ursache zu spekulieren. Man sei noch in der Phase der Informationsgewinnung. Laut Medien schließen die Behörden einen Gleisschaden oder einen Fehler an einem der Züge nicht aus. Aber alle technischen Hypothesen seien offen, hieß es.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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