
Die Finalrollen sind klar verteilt. 5:0 steht es für Münchens Meistercoach Vincent Kompany im direkten Match-Vergleich mit Stuttgarts Sebastian Hoeneß. Aber eines hat der VfB-Trainer Kompany voraus: Der 44-Jährige hat den DFB-Pokal schon gewonnen.
Und das liegt gerade zwölf Monate zurück. Mit 4:2 besiegte Hoeneß 2025 mit dem VfB in Berlin programmgemäß den damaligen Fußball-Drittligisten Arminia Bielefeld im ungleichen Endspiel. Und Kompany? Der inzwischen 40-Jährige war mit den Bayern frühzeitig im Achtelfinale gescheitert.
Am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) eifert nun Kompany im Olympiastadion Titelverteidiger Hoeneß nach - und das in der Favoritenrolle. Sechs Jahre ist es her, seit die Bayern zuletzt im Endspiel standen und - noch zu Corona-Zeiten - unter Hansi Flick im Triple-Jahr 2020 zum 20. Mal den DFB-Pokal gewannen.
Sie prägen und formen ihre Mannschaften
Kompany und Hoeneß - im letzten Saisonspiel messen sich zwei Bessermacher, die ihre Mannschaften als Trainer prägen und formen. Auf und neben dem Platz. Und trotzdem ist die Ausgangsposition komplett anders.
Kompany muss den Pokal holen, um nach dem knapp verpassten Champions-League-Finale die Bayern-Saison mit dem Double angemessen zu beschließen. Der Meistertitel alleine wäre nach einer Saison der Rekorde zu wenig. Das weiß auch Kompany, der ein Fazit vertagte: "Ich warte noch. Wir haben noch dieses ganz wichtige Pokalfinale, das für uns noch eine ganz große Rolle spielt."
Hoeneß ist beim VfB der Chef - so wie Kompany in München. Sie ticken ähnlich. Sie lassen ihre Spieler glänzen - und bei Erfolgen auch ausgelassen feiern. Sie coachen aktiv am Spielfeldrand, wo sie lieber sportlich lässig mit Baseballcap stehen als im feinen Zwirn.
Was Kompany "ganz interessant" findet bei Hoeneß
Und sie äußern gegenseitige Wertschätzung. "Es ist ganz interessant, was er gemacht und geleistet hat mit Stuttgart in den letzten Jahren. Die Vision von seinem Fußball stimmt überein mit den Jungs, die er im Kader zur Verfügung hat", sagte Kompany in dieser Saison über Hoeneß.
Zur Erinnerung: Als Hoeneß im April 2023 beim VfB loslegte, standen die Schwaben auf dem letzten Platz. Er verhinderte über die Relegation den Bundesliga-Abstieg und startete dann durch: Vizemeister 2024, Pokalsieger 2025, Champions League 2026. Sein Vertrag läuft noch bis 30. Juni 2028.
VfB-Coach: "Vinnie macht einen überragenden Job"
Die Bayern wiederum haben ihren "Vinnie" längst weitsichtig bis Mitte 2029 gebunden. Hoeneß sagte über Kompany: "Er führt und stellt die Mannschaft in herausragender Form ein. Dass Vinnie sehr viele Sachen sehr gut macht, seit er bei Bayern ist, das ist offensichtlich. Er macht einen überragenden Job."
Zur Erinnerung: Kompany kam vor zwei Jahren als Nachfolger von Thomas Tuchel vom Premier-League-Absteiger FC Burnley. Der Belgier galt als Notlösung - und entpuppte sich als Volltreffer. "Wir haben einen Trainer gefunden, der selbst Spieler wie einen Harry Kane oder Luis Díaz noch entwickelt - neben den jungen Spielern", lobte Sportvorstand Max Eberl.
Einer, der beide Trainer aufmerksam beobachtet, ist Uli Hoeneß. Bayern Münchens Ehrenpräsident nennt Kompany "einen Sechser im Lotto". Der 74-Jährige schwärmte vor einer Woche bei der Münchner Meisterfeier: "Vincent Kompany macht einfach alles richtig. Er ist sehr sympathisch. Er ist konsequent. Er hat große soziale Kompetenz. Er ist ein überragender Trainer."
Was Uli Hoeneß seinem Neffen zutraut
Uli Hoeneß ist aber auch sehr angetan vom Wirken seines Neffen, über den er jüngst in einem DAZN-Interview angesprochen auf eine mögliche Zukunft als Coach der Bayern-Profis sagte: "Er kommt mindestens mal infrage." Aktuell steht Komapny im Ranking aber noch vor dem Hoeneß-Neffen. "Kompany kann von mir aus noch fünf oder zehn Jahre hierbleiben", äußerte Uli Hoeneß.
Eine Bayern-Vergangenheit hat Sebastian Hoeneß übrigens schon: Er führte die zweite Mannschaft 2019/20 sensationell zur Meisterschaft in der 3. Liga. Der berühmtere Fußballspieler war Kompany. Und die Strahlkraft des Belgiers als Trainer ist aktuell auch noch größer als die von Sebastian Hoeneß.
In Berlin kommt es zum vierten Aufeinandertreffen der Saison. Sie begann mit einem 2:1 für Bayern im Supercup. Es folgten ein 5:0 und 4:2 in der Liga. Mit dem Heimsieg im Rückspiel machten die Bayern am 19. April vorzeitig den 35. Meistertitel in der Allianz Arena perfekt. Nun beendet das DFB-Pokalfinale die nationale Spielzeit. Muss Hoeneß wieder Kompany zum Titel gratulieren? Oder Kompany dem VfB-Kollegen zur erfolgreichen Titelverteidigung?
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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