
In Wien hat am Samstagabend um 21.00 Uhr das Finale des 70. Eurovision Song Contest begonnen. 25 Lieder und ihre Interpreten kämpfen um den Sieg. Das Siegerlied steht nach der traditionell komplizierten Punktevergabe gegen 1.00 Uhr nachts fest.
Für Deutschland geht mit der Startnummer 2 die Sängerin Sarah Engels mit der Dance-Nummer "Fire" ins Rennen. In sozialen Netzwerken drückte unter anderem die deutsche Grand-Prix-Siegerin von 1982, Nicole ("Ein bisschen Frieden"), die Daumen.
Die höchsten Siegchancen hatten am Samstagabend kurz vor dem Finale Buchmachern zufolge die Songs aus Finnland und Australien. Auch Griechenland, Bulgarien oder Israel wurden gute Chancen eingeräumt.
Knapp die Hälfte der Punkte ist schon vergeben worden. Die Jurys bewerten die Generalprobe vom Freitagabend. Ihre Votes werden in den berühmten Schalten später um Mitternacht herum durchgegeben.
Für Deutschland meldet sich dann aus Baden-Baden die Spokesperson Wavvyboi. Wavvyboi war beim erstmals seit Jahren nicht vom NDR ausgerichteten, sondern vom SWR verantworteten Vorentscheid auf Platz zwei hinter Engels gelandet.
Boykott und Demos
Die Zuschauer-Votes - natürlich nicht fürs eigene Land - sind während der ganzen Show möglich und machen die später in großen Zahlenblöcken verkündete zweite Hälfte der Punkte aus.
Begleitet, manche sagen überschattet, wurde der diesjährige ESC von Protesten: Fünf Länder, darunter Spanien, boykottieren den Song Contest 2026 aus Protest gegen das Vorgehen Israels im Gazastreifen und gegen die ESC-Teilnahme Israels.
Vor der Final-Show demonstrierten am Samstagnachmittag mehrere Tausend Menschen in Wien gegen die Teilnahme Israels. Aus Kreisen der Einsatzkräfte war von etwa 2.600 Teilnehmern die Rede, die trotz des schlechten Wetters unter dem Motto "Keine Bühne für den Völkermord" mitmarschierten.
Die Demonstranten warfen den ESC-Veranstaltern Heuchelei vor, weil Israel im Gegensatz zu Russland teilnehmen dürfe. Sie hielten Plakate mit Slogans wie "Freiheit für Palästina" oder "Block Eurovision" in die Höhe.
Neue Regeln
Vergangenes Jahr in Basel gewann der österreichische Countertenor JJ die weltweit größte Musikshow. Deshalb tragen Österreich und seine Rundfunkanstalt ORF diesmal die Show aus.
Moderiert wird der ESC von der "Let's Dance"-Moderatorin Victoria Swarovski und dem Schauspieler Michael Ostrowski.
Für den ESC 2026 wurden die Regeln angepasst. Neu war etwa, dass in den Halbfinalen über das Weiterkommen nicht mehr allein das Publikum entschied. Die Hälfte der Punkte vergaben wieder die nationalen Jurys – ein Regelwerk, das zuletzt nur im Finale gegolten hatte.
Außerdem: Die maximale Anzahl der Stimmen des Publikums via App, SMS und Anruf wurde von 20 auf 10 reduziert. Damit reagierte die Europäische Rundfunkunion (EBU) auf das Ergebnis des ESC 2025.
Vor einem Jahr hatte die israelische Sängerin Yuval Raphael dank eines überwältigenden Publikums-Votings Platz zwei errungen. Es gab Vermutungen, dass dem Ergebnis eine strategische Mobilisierung der Zuschauer und Zuschauerinnen zugunsten Israels zugrunde lag.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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