
Der frühere Fußball-Bundestrainer Berti Vogts hält wenig von der Aufstockung des WM-Teilnehmerfeldes auf 48 Teams. "Es ist nicht gut, eine WM so aufzublasen, nicht für das Turnier, nicht für die Spieler, nicht für die Qualität des Spiels und am Ende auch nicht für die Clubs", sagte der 79-Jährige der "Rheinischen Post" (Mittwoch-Ausgabe) und ergänzte: "Ganz ehrlich: So ein Mammutturnier schadet dem Fußball."
"Geht es nur um das Finanzielle"
Man wolle bei einer Weltmeisterschaft "doch die besten Mannschaften und die besten Spieler der Welt sehen", sagte Vogts vor dem WM-Start am Donnerstag und ergänzte auch gleich, warum aus seiner Sicht immer mehr Nationen dabei sind: "Da geht es doch nur um das Finanzielle." Erstmals treten beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko 48 Nationen an.
Ebenso enttäuscht wie vom Weltverband FIFA ist der Trainer des deutschen Europameisterteams von 1996 auch vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dessen Präsident Bernd Neuendorf. Er würde vom DFB-Boss erwarten, "dass er sich bei der FIFA für den Fußball einsetzt", betonte Vogts: "Er müsste mit den anderen Top-Nationen, mit den Franzosen, mit den Italienern, mit den Engländern beim Weltverband vorsprechen und sagen: So geht es nicht weiter, wir machen den Fußball kaputt."
So würde Vogts die Weltmeisterschaft verändern
Anstatt einer immer größeren WM würde sich der ehemalige Coach für die Zukunft das genaue Gegenteil wünschen. "Ich würde dafür plädieren, wieder auf 24 Mannschaften zu reduzieren und die Wege der Qualifikation zu verändern", sagte Vogts. Demnach könnte man kontinentale Meisterschaft wie eine EM aufwerten, indem man sich darüber künftig direkt für die WM qualifizieren kann. "Oder über die Nations League. Warum sollten nicht die ersten Vier eines solchen Turniers zur WM fahren?", fragte Vogts.
Schließlich sei das auch in anderen Sportarten möglich. "Warum nicht im Fußball? Man kann auch Vor-Turniere für eine WM auf den verschiedenen Kontinenten spielen, über die sich Nationen qualifizieren können", sagte der Rekordspieler von Borussia Mönchengladbach: "Ich glaube, wenn man etwas verändern will, finden sich viele Wege."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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