
Die Favoritenrolle ist für Luis de la Fuente gar kein Problem. Im Gegenteil. "Wir freuen uns sehr, dass das so ist", sagt Spaniens Fußball-Nationaltrainer. "Das hilft uns sogar, diese WM mit dem Enthusiasmus anzugehen, etwas Bedeutendes zu erreichen."
Nations-League-Sieger 2023, Europameister 2024 - nach einer zunächst schwierigen Anlaufphase hat der Nachfolger von Luis Enrique Spanien den Erfolg zurückgebracht. Das Spiel am Montag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Außenseiter Kap Verde in Atlanta sollte Formsache sein.
Seit Titel 2010 immer früh raus
Man mag es kaum glauben, aber seit dem Titel 2010 ist das mit Spanien und der Weltmeisterschaft keine Liebesgeschichte. In Brasilien flog man 2014 in einer Gruppe mit den Niederlanden, Chile und Australien raus, die vergangenen beiden Turnier endeten bereits im Achtelfinale.
Statistisch hinzu kommt ein kleiner Europameister-Fluch. Aus im Achtelfinale, Aus in der Gruppenphase oder gar nicht erst qualifiziert - das beste Team des alten Kontinents hatte auf globaler Bühne beim darauffolgenden Turnier oft Probleme. Für De la Fuente dürfte ins Bild passen, dass es eben Spanien war, das den EM-Fluch 2010 ignorierte und auch Weltmeister wurde.
Bei dem herausfordernden Turnier in den USA, Kanada und Mexiko mit langen Reisen, Hitze und großen Höhenunterschieden dürfte trotzdem kaum ein Team auf der Höhe Spaniens sein. Frankreich vielleicht. Oder Titelverteidiger Argentinien. Dann wird es schon dünn.
Yamal und Williams fit
Eine weitere schlechte Nachricht für die Gegner ist die Rückkehr der lange verletzten Offensivstars Lamine Yamal und Nico Williams. "Alle werden für das Spiel gegen Kap Verde zur Verfügung stehen. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass sie spielen", sagt de la Fuente.
Der erst 18 Jahre alte Lamine Yamal ist von Fans und Experten auserkoren, einer der Stars des Turniers zu werden. De la Fuente tritt in diesem Punkt keineswegs auf die Euphoriebremse. "Fußballerisch ist er unglaublich reif. In Kombination mit seinem Talent ist das der Grund, warum so viel über ihn gesprochen wird", sagt der 64-Jährige.
Darüber hinaus trainiere er "drei Stunden pro Tag, geht in den Kraftraum, zum Physio, zum Psychologen und Ernährungsberater." Für den klaren Kopf hat er den Trainer: "Wir müssen dafür sorgen, dass er auf dem Boden bleibt. Das tut er bereits, aber wir müssen ihm nahe bleiben. Diese WM ist eine große Chance, sein ganzes Talent zu zeigen."
Gavi: "Ich fühle mich besser als je zuvor"
Eine weitere Schlüsselrolle soll Gavi einnehmen. Der 21-Jährige ist nach zwei schweren Knieverletzungen seit März wieder zurück und steigerte sich zum Ende der Saison immer mehr. "Ich fühle mich so bereit für eine WM wie noch nie. Ich fühle mich besser als je zuvor", gab der Mittelfeldspieler des FC Barcelona zu Protokoll. Was man als Fußball-Profi eben so sagt.
Für de la Fuente wird die Mannschaft durch Gavis bloße Anwesenheit besser. "Er ist enorm wichtig, weil er unglaubliche Energie mitbringt, von seinen Mitspielern viel verlangt", erklärt der Coach. "Er trainiert mit Intensität, Lebensfreude und Enthusiasmus. Das steckt die Gruppe an. Er verkörpert die Identität des Teams."
Eine Identität, die ohne Spieler von Real Madrid geprägt wird. Erstmals ist kein Spieler des wichtigsten Clubs des Landes für Spanien bei einer WM. De la Fuente sah das ganz pragmatisch: "Wir haben die Bedürfnisse der Mannschaft damit abgedeckt. Mir ist es egal, für welchen Club jemand spielt."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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