
Madrid/Lissabon - In Deutschland beschäftigt das Wal-Drama viele Menschen - in anderen Ländern gibt es vielfach nur nüchterne Meldungen dazu. Auf Interesse stößt vor allem das große Aufsehen um das Tier hierzulande. Die "New York Times" schrieb von "Deutschlands Lieblingswal", um den ein Touristen- und Medienspektakel entstanden sei.
Ähnlich ist das Bild unter anderem in spanischen und portugiesischen Medien. Der Fall sei zu einem "Medienphänomen" geworden, bei dem lokale Nachrichtensender live über "selbst kleinste Veränderungen" des Zustands berichteten, schrieb die spanische Zeitung "El País". Der staatliche portugiesische TV-Sender RTP verwies auf den Einfluss des "hitzigen" Wahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern.
Vor der Ostsee-Insel Poel war Ende März ein rund zwölf Meter langer Buckelwal gestrandet. Die Behörden hatten nach einem Expertengutachten entschieden, ihn in Ruhe zu lassen. Es kam zu viel Druck in sozialen Medien, teils angetrieben von populistischen Stimmungsmachern. Schließlich wurde entschieden, einer Privatinitiative Rettungsbemühungen zu erlauben. Seither gibt es viel Trubel und Lärm um das geschwächte Wildtier.
Wo häufig Wale stranden, gibt es weniger Aufregung darum
In Spanien und Portugal stranden viel häufiger Meeressäuger als in Deutschland. Eine verlässliche Statistik gibt es zwar nicht, aber nach Medienberichten dürften es zwischen 20 und 50 pro Jahr sein. Vor allem auf den zu Portugal gehörenden Azoren-Inseln im Atlantik, wo die natürlichen Wanderwege der Tiere verlaufen, werden immer wieder geschwächte oder kranke Tiere angespült.
Die meisten Strandungen betreffen Zwergwale, Pottwale und Delfine. Rettungsaktionen bleiben oft erfolglos, etwa im April 2022, als ein junger Pottwal südlich von Lissabon strandete. Tierschützer, Feuerwehrleute und die Polizei versuchten, das Tier mit Kränen, Planen und Wasser zurück ins Meer zu bringen. Der Wal starb jedoch. Eine Obduktion ergab, dass er krank war.
Pottwal gestrandet - kein Rettungsversuch
In Dänemark strandeten allein in diesem Jahr schon mehrere Wale, zuletzt im Februar etwa sechs Pottwale vor der Küste der Nordseeinsel Fanø. Nach Einschätzung der Umweltbehörde lebte mindestens eines der Tiere zunächst noch. Einen Rettungsversuch unternahmen die Dänen nicht. Auch einschläfern wolle man den Wal nicht, hatte die Umweltbehörde in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Forschern zuvor beschlossen.
"Bei Walen, die größer als vier Meter sind, kann dies nicht auf eine ethisch und sicherheitsmäßig verantwortliche Weise passieren", hieß es. "Deshalb lassen wir den lebenden Pottwal am Strand von Sønderho in Ruhe, damit er friedlich sterben kann." Wenn Menschen sich ihm näherten, würde das die Situation für den Wal nur verschlimmern, so die Einschätzung der Umweltbehörde im Februar.
Vorgabe: Die Natur soll ihren Lauf nehmen
Auch Buckelwale und andere Arten werden immer wieder vereinzelt vor den Küsten Dänemarks gesichtet, Strandungen kommen in der Regel aber nur relativ selten vor. Gemäß den Vorgaben des dänischen Umweltministeriums für den Umgang mit großen Meeressäugern gilt in dem deutschen Nachbarland generell die Praxis, gestrandete Tiere weder zu töten noch Rettungsversuche zu unternehmen – vielmehr solle die Natur ihren Lauf nehmen.
Auch an den Küsten der Walfangnation Japan strandeten schon häufig Wale. Kurzzeitige Berühmtheit erlangte ein etwa acht Meter langer Wal, der 2023 in der Mündung des Yodo-Flusses in der Millionen-Metropole Osaka gesichtet wurde. Neugierige strömten an die Bucht, um einen Blick zu erhaschen. Das Tier wurde immer schwächer und verendete schließlich. Eine Rettungsaktion gab es nicht.
Wohin mit dem Kadaver?
Im Jahr darauf verendete ein etwa 13 Meter langer Wal in der Bucht von Osaka. Laut örtlichem Hafenamt starben alle Wale, die in die Bucht gerieten. "Das Einzige, was wir tun können, ist, im Voraus zu überlegen, wie wir die Kadaver entsorgen", wurde ein Behördenvertreter zitiert.
Um die Entsorgung wurde im März auch in Dänemark bei einem am Strand in Nordjütland angespülten Pottwal diskutiert. Anwohner forderten die Behörden der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge auf, den Kadaver zu entfernen. Sie fürchteten demnach, dass er im Sommer durch seinen Gestank Touristen abschrecken könnte. Die Umweltbehörde war gegen einen Abtransport: Der tote Wal könne Möwen und anderen Aasfressern als Nahrung dienen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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