
Nach einem Anschlag auf einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in Tamm nahe Ludwigsburg ist der Schütze zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Der 28-Jährige muss wegen versuchten Auftragsmordes ins Gefängnis. Sein Komplize wurde vor dem Heilbronner Landgericht wegen Beihilfe zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Der angeschossene Mann hatte nicht ausgesagt, da er nach eigenen Angaben um sein Leben fürchtet. Er war während der Tat 23 Jahre alt.
Der Schütze, ein 28 Jahre alter Niederländer, räumte die Tat im Prozess zwar ein. Er beteuerte aber auch, er habe den Security-Bediensteten nicht töten, sondern nur einschüchtern wollen.
Der Mann soll die Schüsse Mitte Mai vergangenen Jahres auf offener Straße abgegeben haben. Sein Komplize hatte Tamm schon vor den Schüssen verlassen. Nach einem misslungenen ersten Anschlagsversuch, an dem beide Männer beteiligt gewesen sein sollen, hatte der 28-Jährige einen Tag später erneut auf sein Opfer gefeuert. Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma überlebte nur knapp.
Fall ist Teil eines großen Komplexes
Der Fall ist Teil eines größeren Ermittlungskomplexes, bei dem es um einen Streit um Aufträge in der Security-Branche geht. Der Schütze soll denselben Auftraggeber gehabt haben wie mehrere Justizangestellte, die derzeit in Stuttgart wegen Korruption und Bestechung vor Gericht stehen.
Die Auftraggeber sollen nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft mit Informationen aus den Reihen der Justiz versorgt worden sein. Über interne Datenabfragen sollte wohl Einfluss auf Ermittlungsverfahren genommen werden. Die Folge: Es wurden Büros der Staatsanwaltschaft Stuttgart durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn spricht von einem "kriminellen Datenleck" und einem Bestechungssystem.
Insgesamt sind in dem weiteren Verfahren fünf Verdächtige angeklagt, darunter die beiden geständigen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft und die beiden mutmaßlichen Auftraggeber, die nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sowohl für die Bestechung als auch für die Schüsse in Tamm verantwortlich sind. Das Landgericht Stuttgart will mindestens bis Anfang Juli verhandeln.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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