
Wegen Totschlags an ihrem an Demenz erkrankten Ehemann hat das Kölner Landgericht am Freitag eine 76-Jährige aus Wipperfürth zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau den 83-Jährigen im Januar durch einen Stich mit einem Küchenmesser in den Oberkörper tödlich verletzt hatte. "Es ist eine tragische Geschichte, die sich hier zugetragen hat", sagte der Vorsitzende Richter. Die 46-jährige Ehe sei zum Schluss aufgrund der Erkrankung des 83-Jährigen zunehmend von "erheblichen Streitigkeiten über alltägliche Dinge" geprägt gewesen.
Angeklagte sprach von tragischem Unfall
Das Gericht folgte letztlich nicht der Einlassung der Angeklagten, die behauptet hatte, bei dem Geschehen habe es sich um einen "tragischen Unfall" gehandelt. Die Frau hatte zu Prozessbeginn über ihren Verteidiger erklären lassen, sie habe Essen zubereitet und etwas geschnitten, als ihr Mann aufgestanden sei, ohne sich auf seinen Rollator zu stützen. Da sie befürchtet habe, dass er stürzen könne, habe sie versucht, ihn – das Messer noch in der Hand – zu stützen. Dabei müsse das Messer in den Oberkörper ihres Mannes eingedrungen sein, hatte es in der Erklärung geheißen.
76-Jährige durch Aussage einer Nachbarin überführt
Die Einlassung der Angeklagten wurde nach Meinung des Gerichts aber durch die Aussage einer Nachbarin widerlegt. Diese hatte unmittelbar vor der Tat einen Streit aus der Wohnung der Eheleute vernommen. In dessen Verlauf soll die Angeklagte ihrem Ehemann zweimal in aggressivem Tonfall gedroht haben: "Ich stech’ Dich gleich ab!"
Zwei Tatsachen sprachen für die Kammer gegen ein Unfallgeschehen: zum einen, dass die Angeklagte unmittelbar nach der Tat das Messer von Blut gereinigt und zurück in die Besteckschublade gelegt hatte. Zum anderen, dass sie den alarmierten Rettungssanitätern nichts von dem Messerstich gesagt hatte. "Gerade bei einem Unfall würde man erwarten, dass man die Rettungssanitäter umfassend über das Geschehen informiert", hielt der Vorsitzende der 76-Jährigen vor, die das Urteil gefasst entgegennahm. Stattdessen habe die Angeklagte einem Rettungssanitäter von angeblichen, vermutlich frei erfundenen, Suizid-Absichten ihres Ehemannes berichtet. "Hier haben Sie ganz klar versucht, Verantwortung von sich zu weisen", hielt der Vorsitzende fest.
498425
Weitere aktuelle Meldungen aus dem Ressort "Panorama":
- Düsseldorf: Steinmeier bei Gedenkfeier zur Flutkatastrophe
- Berlin: 16-Jährige sexuell bedrängt: Angeklagter schweigt
- Wetter in Mecklenburg-Vorpommern: Gesundheitsministerium in MV: Auf Hitze vorbereiten
- Wiesbaden: Verbotszonen oft unklar – Polizei kämpft mit Cannabis-Regeln
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Eilmeldung: 16. Tor bei Fußball-WM: Messi stellt Klose-Rekord ein17.06.2026 - 2
Borussia Dortmund News: Torhüter Kobel reist aus Dortmunder Trainingslager ab07.01.2026 - 3
Lexus Eastbourne Open: Yibing Wu unterliegt Jan Choinski20.06.2026 - 4
Konstanz: Tote aus Bodensee identifiziert03.06.2026 - 5
NBA 2025/26: Golden State Warriors gegen Sacramento Kings im Livestream08.01.2026
Ähnliche Artikel
Schüsse gemeldet: Großeinsatz in Bramsche – zwei Tote in Wohnhaus02.03.2026
Miami Open: Bolelli / Andrea überwältigt Arends / Smith28.03.2026
NBA Liveticker: Brooklyn Nets vs. Memphis Grizzlies Scores auf einen Blick10.03.2026
Großeinsatz wegen Hitze: 35 Grad im Heim – Bewohner nach Hitze-Einsatz versorgt27.06.2026
Kriminalität: Verfahren gegen Oliver Pocher eingestellt04.12.2025
NBA 2026: Blamage für die Memphis Grizzlies - Houston Rockets zerlegen14.04.2026
Verkehr: Fahrkartenkontrolleur von Frau gebissen26.03.2026
Monte-Carlo Open: Roberto Bautista Agut erringt einen klaren Sieg über Benjamin Bonzi04.04.2026
Berlin: Lisa Mantler teilt Babybauch-Foto: zweites Kind unterwegs25.06.2026
Fußball-WM: Zu hart? Diskussionen um Rasen im Final-Stadion22.06.2026













