
Der deutsche Internet-Unternehmer Kim Dotcom ist in Neuseeland mit einem weiteren Versuch gescheitert, seine drohende Auslieferung an die USA zu verhindern. Das Berufungsgericht in Wellington bestätigte ein Urteil der Vorinstanz und wies den Einspruch des 52-Jährigen gegen den Auslieferungsbeschluss zurück. Auch ordneten die Richter an, dass Dotcom die Kosten des Verfahrens tragen müsse. Der gebürtige Kieler kann nun noch vor das Oberste Gericht ziehen.
Worum geht es?
Der Gründer der früheren Internet-Plattform Megaupload heißt mit bürgerlichem Namen Kim Schmitz und lebt seit 2010 in dem Pazifikstaat. Über Megaupload konnten Nutzer urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Filme, Fernsehserien und Musik austauschen. Die USA wollen ihn wegen Verletzung von Urheberrechten und Geldwäsche in großem Stil vor Gericht stellen. Bei einer Verurteilung droht ihm jahrzehntelange Haft.
Der neuseeländische Justizminister Paul Goldsmith hatte den Auslieferungsbeschluss bereits vor rund zwei Jahren unterzeichnet. Seitdem versucht Dotcom, die Übergabe an die USA doch noch mit verschiedenen Rechtsmitteln zu verhindern. "Ich liebe Neuseeland. Ich werde nicht weggehen", schrieb er damals in sozialen Netzwerken.
Gesundheitliche Probleme
Der Rechtsstreit dauert schon mehr als zehn Jahre und hat verschiedene Gerichte beschäftigt. Bereits 2018 hatte Dotcom mit Blick auf die juristischen Querelen erklärt, er habe nach "sechs Jahren Stress" große gesundheitliche Probleme. Ende 2024 teilte er mit, er habe einen schweren Schlaganfall erlitten.
Dotcom zählt zu den schillerndsten, aber auch umstrittensten Persönlichkeiten der Internetbranche. Bereits Mitte der 1990er Jahre machte er sich in der Hacker-Szene einen Namen. Mit der Online-Plattform Megaupload wurde er vielfacher Millionär. Das Geschäftsmodell beruhte auf Werbung sowie kostenpflichtigen Premium-Zugängen. Zeitweise zählte Megaupload zu den meistbesuchten Webseiten weltweit, bevor die Plattform 2012 nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI abgeschaltet wurde.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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