
Ein Beschuldigter in einem Aufsehen erregenden niedersächsischen Drogenverfahren ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden. Gegen den Mann werde wegen "gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in großem Stil" ermittelt, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Justizministeriums. Nähere Angaben zu den Umständen der Festnahme machte sie nicht.
Staatsanwaltschaft hat Auslieferungsgesuch auf den Weg gebracht
Die ermittlungsführende Staatsanwaltschaft habe ein Auslieferungsersuchen auf den Weg gebracht. Das Verfahren stehe im Zusammenhang mit dem Prozess vor dem Landgericht Hannover gegen einen angeklagten Staatsanwalt. Diesem werde unter anderem vorgeworfen, Informationen an den nun festgenommenen Beschuldigten weitergegeben zu haben, sagte die Sprecherin.
Sie gehe davon aus, dass der Prozess gegen den Juristen auch ohne vorherige Auslieferung des Festgenommenen fortgesetzt werden könne. Es liege jedoch in der Zuständigkeit des Gerichts zu entscheiden, ob dieser als so wichtiger Zeuge gilt, dass das Verfahren ausgesetzt werden müsste.
Staatsanwalt gestand nach langem Leugnen jüngst 9 von 14 Taten
In dem Verfahren vor dem Landgericht Hannover hatte der angeklagte Staatsanwalt nach monatelangem Leugnen im Januar 9 von 14 ihm vorgeworfenen Taten umfassend gestanden. Er räumte ein, gegen Geld Informationen aus Ermittlungen an eine international agierende Kokain-Bande weitergegeben zu haben. Ihm droht nach einer Verständigung eine Freiheitsstrafe von mehr als acht Jahren. Ein Urteil steht noch aus.
Der Jurist soll zwischen Juni 2020 und März 2021 Interna aus Ermittlungsverfahren preisgegeben und eine Bande vor einer Razzia gewarnt haben. Die Gruppe hing mit dem Fund von 16 Tonnen Kokain im Hamburger Hafen zusammen – dem bis dahin größten Drogenfund in Europa.
Wahlmann: "Erfolg im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität"
Der Festgenommene wurde seit mehreren Jahren mit Haftbefehl gesucht. Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung": "Ich gratuliere den Strafverfolgungsbehörden zu diesem bedeutenden Erfolg im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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