
Der Deutsche Fußball-Bund startet einen eigenen TV-Sender. DFB.TV startet bereits am 22. Mai, ist allerdings nicht gratis, sondern läuft als Bezahl-Angebot. "Das Ziel von DFB.TV ist, Themen aus dem DFB-Kosmos zu bündeln, die derzeit nicht im medialen Hauptinteresse sind oder verstreut gezeigt werden", sagte DFB-Generalsekretär Holger Blask.
Was zeigt der neue Sender?
"Inhalte, die bislang nicht zu sehen oder auf unterschiedlichen Plattformen verstreut waren, werden nun gebündelt", erklärte Blask. Zum Programm des neuen Senders gehören Live‑Übertragungen der Junioren‑Nationalteams, der 2. Frauen‑Bundesliga, vom Finaltag der Amateure bis hin zu Futsal, Beach Soccer und dem DFB ePokal. Der Sender begleitet zudem die A‑Nationalmannschaften durch Trainingslager, Länderspiele und Turniere. Mit weiteren Angeboten wie etwa der Verleihung des Julius‑Hirsch‑Preises oder der Sepp-Herberger-Awards sowie Archivmaterial soll ein Acht-Stunden-Programm entstehen, das dreimal pro Tag abgespielt wird.
Was läuft nicht bei DFB.TV?
Die wichtigsten Wettbewerbe des DFB laufen nicht bei dem neuen Sender, etwa die Spiele der Männer- und Frauen-Nationalmannschaften, des DFB-Pokals und der Frauen-Bundesliga. Vereinfacht ausgedrückt: Alles, was der Verband direkt oder indirekt über TV-Rechte verkauft, ist für DFB.TV Tabu. Es solle keine Konkurrenz zu Übertragungen bei etablierten TV-Sendern entstehen.
Wo können Fußballfans das Programm sehen?
DFB.TV ist ein linearer Sender, der über bestehende Pay-TV-Sender ausgestrahlt wird. Verträge hat der Verband bisher mit den Plattformen HD+, Vodafone, Zattoo und DAZN. Nach Möglichkeit sollen Sky, Telekom und andere folgen. Es "laufen aktuell noch konstruktive Verhandlungen", erklärte der DFB. Wer kein entsprechendes Abonnement hat, kann über das Internet zuschauen. "Neben dem linearen Kanal auf diversen Plattformen wird es auch die DFB TV+ App geben, auch vor dem Hintergrund, dass wir allen den Zugang ermöglichen wollen", sagte Blask. Allerdings muss auch das bezahlt werden.
Was kostet das Angebot?
Die App DFB.TV+ kostet monatlich 5,99 Euro und im Jahresabonnement 59,99 Euro. Wer den neuen Sender über ein bestehendes Abo bei einem Pay-TV-Anbieter schaut, hat keine zusätzlichen Kosten.
Wann startet DFB-TV?
"Wir haben einen fertig konfektionierten Sender, ready to broadcast", sagte Blask. Der Senderstart ist für den 22. Mai geplant, einen Tag später werden bereits Live-Spiele des Finaltags der Amateure zu sehen sein. Als "weiteres Highlight" bezeichnet der Verband die Begleitung der Nationalmannschaft bei der WM vom Team Base Camp und aus dem "German House of Soccer" in den USA.
Wie wird DFB.TV produziert
Produziert wird das TV-Angebot von der Sportainment Media Group aus Hamburg, mit der der DFB ein Joint Venture gründet. Sportainment ist ein etabliertes Medienunternehmen, das selbst Sender wie etwa Sportdigital Fußball betreibt. Der DFB bescheinigt den Hamburgern "erhebliches Know-how beim technischen und redaktionellen Sendebetrieb, der Distribution und der Weiterentwicklung moderner TV- und OTT-Plattformen". Sportainment-Chef Gisbert Wundram kommentierte: "Wir sind sehr stolz darauf, diesen Weg gemeinsam mit dem DFB gehen zu können. Das ist für unsere Unternehmensgruppe ein echter Meilenstein." Wundram ist auch Geschäftsführer von DFB.TV.
Wie finanziert der Verband das Projekt?
"Die Finanzierung fußt auf zwei wesentlichen Säulen: Auf einer Werbezeitenvermarktung über unseren Partner Publicis und aus den Plattformen, auf denen DFB.TV ausgestrahlt wird", erklärte der Generalsekretär. Die Pay-TV-Anbieter müssen Geld zahlen, um DFB-TV ausstrahlen zu dürfen. Was der Verband zunächst investieren muss, sagte Blask nicht.
Ist das Journalismus?
DFB.TV wird vom Verband nichts als journalistisches Angebot gesehen. Der neue Sender ist Teil der PR-Strategie des DFB. Entsprechend formulierte der Verband: "Mit diesem innovativen Angebot unterstreicht der DFB seinen Anspruch, neue Wege in der Vermarktung zu gehen und den Fußball in Deutschland in seiner Gesamtheit noch näher zu den Fans zu bringen." DFB.TV sei "ein wichtiger Baustein der Gesamtkommunikationsstrategie des DFB.TV". Der Sender solle keine Konkurrenz zu bestehenden medialen Angeboten sein.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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