
Nach zwei Jahren Pause beginnen isländische Walfänger nach Angaben von Tierschützern wieder die umstrittene Jagd auf Finnwale. Wie Pro Wildlife und weitere Tierschutzorganisationen berichten, haben die beiden isländischen Walfangschiffe ihren Hafen in der Hauptstadt Reykjavik verlassen.
Eine offizielle Bestätigung dafür vom Walfangunternehmen Hvalur gab es zunächst nicht. Das isländische Online-Medium "Vísir" und der Rundfunksender RÚV berichteten jedoch ebenfalls davon, dass die beiden Schiffe ihren Hafen für vorbereitende Maßnahmen in Richtung eines Fjords verlassen hätten. Nach "Vísir"-Angaben wird damit gerechnet, dass sie voraussichtlich am Wochenende zur Waljagd auf hohe See fahren werden.
Aktivist mit an Bord
Mit an Bord befand sich demnach auch ein isländischer Aktivist. Er habe nicht gewusst, was er noch anderes tun solle, um gegen den Walfang in seinem Land zu protestieren, sagte er zu "Vísir". Auch ein Video der Walschutzorganisation Captain Paul Watson Foundation zeigte ihn, wie er im Ausguck des zentralen Schiffsmastes saß. Als das Schiff vorübergehend wieder in den Hafen einfuhr, wurde er den Berichten zufolge von einem Polizeibeamten mit einem Kran wieder an Land geholt.
Island ist eines der wenigen Länder der Welt, in denen Wale noch gejagt werden dürfen. Für dieses Jahr wurde vom zuständigen isländischen Forschungsinstitut eine Fangquote von 150 Finn- sowie 168 Zwergwalen ausgegeben.
Das Thema Walfang ist unter anderem angesichts einer stark gesunkenen Nachfrage nach Walfleisch auch auf der Nordatlantik-Insel selbst umstritten. Im Jahr 2023 hatte die damalige Lebensmittel- und Fischereiministerin Svandís Svavarsdóttir den Walfang aus Tierschutzbedenken kurz vor dem Auslaufen der ersten Schiffe gestoppt. Ein dauerhaftes Ende, wie es sich Walschützer davon erhofften, setzte der Schritt der Waljagd aber nicht: Bereits zwei Monate später wurde sie unter strengen Auflagen wieder zugelassen.
Organisation: Trend lässt sich nicht mehr umkehren
Pro-Wildlife-Meeresschutzexpertin Mona Schweizer sprach von einem Trend zur Abkehr von der Waljagd, der sich nicht mehr aufhalten lasse. Die isländische Gesellschaft wende sich von Walfang ab, der einstige Abnehmer Japan verliere darüber hinaus als Absatzmarkt an Bedeutung.
"Diese Jagd ist wirtschaftlich längst unrentabel und politisch nicht mehr zu rechtfertigen", kritisierte Schweizer. Pro Wildlife forderte ein Ende des kommerziellen Walfangs und verwies darauf, dass die aktuelle Regierung in Reykjavik eine Gesetzesvorlage für ein Walfangverbot für den Herbst dieses Jahres angekündigt habe.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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