
Alle wollten dieses Endspiel - jetzt haben sie es. Wer aus der Fußball-Bundesliga absteigt und wer sich danach möglicherweise noch in der Relegation retten kann, wird sich am letzten Spieltag in nur einer Partie zwischen dem Tabellenvorletzten FC St. Pauli und dem punktgleichen Drittletzten VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) entscheiden.
"Das Finale kann kommen", sagte Wolfsburgs Nationalspieler Mattias Svanberg nach dem 0:1 (0:0) gegen Bayern München. "Ich habe das dieses Jahr schon einmal in den WM-Playoffs für Schweden erlebt (3:2 gegen Polen/d.Red.): Wenn du in nur einem Spiel so viel verändern kannst, musst du happy sein. Du darfst nicht über das Schlechte nachdenken. Sondern du musst sehen, was du gewinnen kannst."
Überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben, ist für beide ein Erfolg: Wolfsburg hatte noch vor einem Monat vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. St. Pauli gewann zuletzt im Februar ein Bundesliga-Spiel.
Drei Tore Unterschied nach 33 Spielen
Nach 33 Saisonspielen trennt die beiden Nordrivalen in der Tabelle nur die um drei Treffer bessere Tordifferenz des VfL. Ein Unentschieden am Hamburger Millerntor würde dem Volkswagen-Club also schon reichen, um auch nach dem letzten Spieltag vor St. Pauli zu stehen.
Auch auf den zweiten Blick spricht vieles für Wolfsburg: die Qualität des Kaders, die aktuelle Form. Das 0:1 gegen den deutschen Meister war die einzige Niederlage in den vergangenen vier Spielen. Svanberg persönlich vergab kurz vor Schluss eine von vielen guten Chancen, als er völlig frei vor dem Bayern-Tor nur gegen den Pfosten schoss (89.).
"Mattias hat schon gesagt: Lieber nächste Woche treffen. Das ist wichtiger", sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler mit einem Schmunzeln. "Wir haben es uns in den letzten Wochen verdient, dass wir jetzt ein Endspiel haben und danach hoffentlich noch zwei mehr. Das gute Gefühl ist da. Trotzdem müssen wir uns nächste Woche nicht darauf verlassen, sondern dasselbe wieder in Hamburg auf den Platz bringen. Kein Zentimeter weniger!"
Neue Hoffnung bei St. Pauli
St. Pauli hatte an diesem vorletzten Spieltag ebenfalls seinen Kopf-hoch-Moment - und das trotz einer 1:2 (0:1)-Niederlage bei RB Leipzig. Aber eine seit neun Spielen sieglose Mannschaft, die durch viele Verletzungen und Magen-Darm-Erkrankungen regelrecht ausgezehrt ist, schwang sich beim Tabellendritten zu einer Leistung hoch, die ihr kaum jemand mehr zugetraut hatte. Die Fans feierten das Team nach dem Spiel.
"Die heutige Leistung gibt mir das Gefühl, dass wir das Spiel gegen Wolfsburg gewinnen können. Wir waren das Team, das wir sein wollen", sagte Kapitän Jackson Irvine.
Die Vorbereitung auf das Abstiegskampf-Endspiel am kommenden Samstag begann für die Hamburger noch auf dem Rasen der Leipziger Red-Bull-Arena: "Ich habe zu den Jungs im Kreis gesagt: Was können wir jetzt tun?", meinte Irvine und gab die Antwort darauf gleich selbst: "Wieder fokussieren. Uns auf die guten Dinge besinnen. Uns gegenseitig den Glauben und das Vertrauen geben. Die Jungs müssen die Brust raus- und den Kopf hochnehmen."
Abstiegskampf-Endspiel schon vor 20 Jahren
Dass der Abstiegskampf am letzten Spieltag in nur einem Spiel zwischen zwei direkten Konkurrenten entschieden wird, ist in der Geschichte der Bundesliga nicht neu. Der VfL Wolfsburg hat es vor genau 20 Jahren vor der Wiedereinführung der Relegation schon einmal selbst erlebt.
Als Tabellen-15. ging man mit einem Punkt Vorsprung auf den letzten Gegner 1. FC Kaiserslautern in diese Partie. Zur Halbzeit stand es 0:1 und der VfL fiel auf einen Abstiegsplatz zurück. Am Ende rettete er sich durch ein 2:2-Unentschieden. "Die nächste Woche wird hart", sagte St. Paulis Torwart Nikola Vasilj. "Das wird hart für uns. Das wird aber auch hart für sie."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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