
- Trauer um Schauspieler Walter Schultheiß
- "Tatort"-Star mit 101 Jahren gestorben - Beerdigung im engsten Familienkreis
- Diese Rollen machten den schwäbischen Volksschauspieler zum Publikumsliebling
Als Schauspieler im Fernsehen und auf der Theaterbühne hinterließ Walter Schultheiß ebenso wie als Maler und Autor bleibende Spuren - nun ist der gebürtig aus Tübingen stammende schwäbische Volksschauspieler im Alter von 101 Jahren gestorben. Schultheiß starb Angaben des Südwestrundfunk unter Berufung auf die Familie zufolge bereits am 22. Dezember 2025 in Wildberg im Landkreis Calw.
Walter Schultheiß ist tot: "Tatort"-Schauspieler mit 101 Jahren verstorben
Einem breiten Publikum in ganz Deutschland wurde Walter Schultheiß durch seine Rolle als Vermieter Rominger im Stuttgarter "Tatort" mit Kommissar Ernst Bienzle (gespielt von Dietz-Werner Steck) bekannt. Über zwei Jahrzehnte begeisterte er zudem als Straßenkehrer "Karle" die Radiohörer.
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Abschied von Walter Schultheiß: SWR-Intendant würdigt "Urgestein des Mundart-Schauspiels"
"Wir trauern um einen großartigen Schauspieler, Künstler und ein Urgestein des Mundart Schauspiels", erklärte SWR-Intendant Kai Gniffke. Im Bienzle-"Tatort" habe Schultheiß "den Idealtyp des sympathisch-bruddeligen Schwaben weit über den Südwesten hinaus bekannt und beliebt gemacht". Zur Todesursache des Schauspielers wurden keine Details genannt.
Seine Bühnenlaufbahn begann Schultheiß bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. 1945 stand er erstmals als Darsteller in "Die kluge Närrin" von Lope de Vega vor Publikum. Nach seiner Schauspielausbildung in Stuttgart erhielt er sein erstes festes Engagement am dortigen Volkstheater in der Operette "Maske in Blau". Der große Durchbruch kam jedoch über das Radio: Gemeinsam mit Werner Veidt bildete er beim damaligen Süddeutschen Rundfunk mehr als zwanzig Jahre lang das legendäre Straßenkehrer-Duo "Karle und Gottlob". Die beiden Figuren wurden zum Markenzeichen der samstäglichen Hörfunkreihe "Gäste im Großen Sendesaal" und machten Schultheiß mit seinem unverwechselbaren schwäbischen Dialekt zur Kultfigur.
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"Tatort"-Schauspieler Walter Schultheiß begann Karriere im Theater und Radio
Der Erfolg beim Hörfunk ebnete Walter Schultheiß den Weg auf die Bildschirme. Millionen Zuschauer kannten ihn aus der ARD-Familienserie "Oh Gott, Herr Pfarrer", der Comedy "Der König von Bärenbach" sowie als Kirchengemeinderat in "Pfarrerin Lenau" und als Weingutbesitzer in "Der Eugen". Von 2000 bis 2007 verkörperte er im Stuttgarter "Tatort" den kleinlichen Vermieter Rominger, der in jeder Folge im Treppenhaus auf Kommissar Bienzle wartete – eine Nebenrolle mit hohem Wiedererkennungswert. Für den SWR stand er zuletzt gemeinsam mit seiner Frau Trudel Wulle im Kinofilm "Laible und Frisch - Do goht dr Doig" vor der Kamera. Auch auf der Theaterbühne blieb Schultheiß aktiv. In der Komödie im Marquardt in Stuttgart begeisterte er sein Publikum bis ins hohe Alter.
Walter Schultheiß privat: Nach 71 Jahren Ehe wurde der Schauspieler Witwer
Auch privat bewies Schultheiß schwäbische Bodenständigkeit. Am 25. Mai 1950 – seinem 26. Geburtstag – heiratete er die Stuttgarter Schauspielerin Trudel Wulle, wie die "Bild" in einem Nachruf auf den Schauspieler schreibt. Den Termin wählte er bewusst, damit er den Hochzeitstag niemals vergessen würde. Das Paar blieb 71 Jahre lang verheiratet, bis Trudel Wulle 2021 verstarb. 1955 kam ihr gemeinsamer Sohn Götz zur Welt, der seine Eltern 2018 zu Großeltern machte. Nach dem Tod seiner Frau zog sich der Schauspieler zunehmend zurück. Bis zuletzt lebte Schultheiß in Wildberg gemeinsam mit seinem Sohn, dessen Ehefrau und seinen beiden siebenjährigen Enkelinnen. Die Beerdigung fand laut SWR im kleinen Familienkreis statt.
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