
Nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach diskutieren die Verantwortlichen von Werder Bremen über eine Trennung von Trainer Horst Steffen. Der Tabellen-15. ist in der Fußball-Bundesliga seit zehn Spielen sieglos und rutscht immer weiter ab.
Anders als in den Tagen und Wochen zuvor gab Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz am Samstagabend kein Bekenntnis mehr zu seinem Trainer ab. "Wir haben zehn Spiele nicht gewonnen. Es ist klar, dass wir uns hinsetzen und das besprechen müssen", sagte der frühere Nationalspieler. "Wir werden uns auch zeitnah zusammensetzen und da nicht noch ein, zwei Tage verstreichen lassen." Doch wie konnte es so weit kommen?
Die Spielweise
Mit Horst Steffen als Trainer wird im Weserstadion wieder attraktiver Offensivfußball gespielt: Mit dieser Hoffnung wurde der 56-Jährige im vergangenen Sommer vom Fast-Aufsteiger SV Elversberg geholt. Die Realität ist aber: Werder spielt verzagt und verkrampft. Nach sieben Monaten sind immer noch kaum feste Abläufe zu erkennen. In den zehn sieglosen Spielen blieben die Bremer auch siebenmal ohne Torerfolg. "Wir sind zu inkonsequent, zu inkonstant", sagte Keke Topp, der mit seinem späten Tor gegen Gladbach (90.+4) wenigstens noch einen Punkt rettete.
Der Kader
Die großen Verletzungsprobleme und die schlechte Kaderplanung: Steffen muss in Bremen auch Probleme ausbaden, für die er nichts kann. Beim 0:2 gegen Hoffenheim am vergangenen Dienstag fehlten seiner Mannschaft sechs Abwehrspieler auf einen Schlag.
Viele Umstellungen sind aber auch hausgemacht. Im vergangenen Sommer kamen fünf von sieben Neuzugängen erst, als die Saison schon lief. Sechs von ihnen sind Leihspieler, die keinen Wertzuwachs und bis auf den Japaner Yukinari Sugawara bislang auch keinen sportlichen Mehrwert erbringen.
Am dringlichsten war die Verpflichtung eines neuen Mittelstürmers. Doch da leistete sich Werder mit Victor Boniface den zweiten prominenten Fehlgriff nach Naby Keita zwei Jahre zuvor. Auch deshalb gilt die Fankritik im Stadion in erster Linie Sportchef Fritz - und nicht dem glücklosen Horst Steffen.
Das sagt der Trainer
Steffen glaubt weiter an seinen Verbleib in Bremen - und an eine sportliche Wende. "Ich bin überzeugt davon, dass ich hier richtig bin. Und ich gehe davon aus, dass das so bleibt", sagte er nach dem Gladbach-Spiel. Die Gründe für seine Zuversicht: "Weil die Mannschaft Moral zeigt. Weil die Mannschaft fightet. Weil wir heute 18:7 Torschüsse hatten." Er habe seit Wochen das Gefühl: "Was die Spielkontrolle angeht, sind wir viel besser geworden." Der Trainer weiß aber auch: "Das, was passiert, kann ich nicht beeinflussen."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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