
Bei der großen Hitze zieht es viele Menschen ans Wasser: Das Risiko für Badeunfälle steigt, auch Kreislaufprobleme und Hitzenotfälle gibt es vermehrt. Wie man Erste Hilfe leisten kann und was man in Notlagen tun soll? Das stand jetzt vor den Sommerferien bei Schülern an einem Aktionstag im noch neuen Blaulicht- und Zivilschutzfach der Gemeinschaftsschule Bruchwiese in Saarbrücken auf dem Programm.
Rund 30 Jugendliche an der Saar lernten praktische Grundlagen der Wasserrettung, Gefahrenprävention und Ersten Hilfe bei Hitzenotfällen. Dazu absolvierten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 und 9 mit Kräften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Berufsfeuerwehr Saarbrücken ein Stationstraining am Leinpfad nahe der Berliner Promenade.
Blaulichtfach gibt es seit rund einem Jahr
Ziel war es, Gefahren am und im Wasser zu erkennen, richtig zu handeln und eigene Risiken zu vermeiden. Im Mittelpunkt standen praktische Übungen mit Rettungsringen, Wurfleinen und Rettungsbällen. Die Aktion war Teil des neuen Blaulichtfachs, das vor rund einem Jahr gestartet wurde.
Die Jugendlichen lernten außerdem den Umgang mit Rettungswesten, die Arbeit von Einsatztauchern und die Besonderheiten von Rettungseinsätzen auf dem Wasser kennen. An weiteren Stationen wurden Erste Hilfe bei Sonnenstich, Hitzeschlag und Hitzeerschöpfung sowie die Versorgung von Verletzten mit Spineboards trainiert.
"Das wichtigste Ziel ist, dass die Jugendlichen lernen, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen", sagte Lehrerin Stephanie Lade, Initiatorin des Blaulicht- und Zivilschutzfachs. Wer nicht sicher schwimmen könne, solle im Notfall Hilfe rufen, Rettungsmittel einsetzen und professionelle Kräfte alarmieren, anstatt unüberlegt ins Wasser zu springen.
Die Inhalte knüpfen an mehrere Unterrichtswochen zum Thema Wassergefahren an. Zuvor hatten die Schüler Hochwassergefahren, Strömungsrettung und Selbstrettungstechniken kennengelernt. Im Tauchbecken der Berufsfeuerwehr übten sie zudem die sogenannte Seestern-Lage, mit der sich erschöpfte Schwimmer über Wasser halten können.
Lernen, um andere zu retten
Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide (SPD) lobte das Fach als gelungenes Beispiel dafür, wie Schulen auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren könnten. "Ich bin unglaublich stolz darauf, dass die Gemeinschaftsschule Bruchwiese die Möglichkeiten der Gemeinschaftsschulverordnung genutzt und dieses Profilfach bedarfsgerecht entwickelt hat."
Zugleich betonte sie den praktischen Nutzen des Unterrichts. "Die Jugendlichen lernen hier nicht nur Theorie. Sie lernen, in Notfällen handlungsfähig zu sein. Ob am Wasser, bei einem Unfall oder in anderen Krisensituationen – sie können das Gelernte anwenden und damit im Ernstfall sogar dazu beitragen, Menschenleben zu retten", sagte Heide.
Für einen besonderen Praxisbezug sorgte ein Schüler der siebten Klasse: Der Jugendliche hatte nach Angaben der Schule erst vor wenigen Tagen mit seinem Schlauchboot einer Person geholfen und ein Tretboot abgeschleppt. Das zeige, wie schnell erlernte Inhalte im Alltag relevant werden könnten, sagte Lade.
Nach Einschätzung der Staatssekretärin könnte das Fach auch über das Saarland hinaus Vorbildcharakter entwickeln. "Der modulare Aufbau ist die besondere Stärke des Konzepts. Schulen können die Bausteine auswählen, die zu ihren örtlichen Gegebenheiten passen. Genau das eröffnet die Möglichkeit, das Fach perspektivisch auch in anderen Regionen und Bundesländern zu etablieren", sagte Heide.
Blaulichtfach findet bundesweit Beachtung
Die aktuellen Hitzetage verdeutlichten zusätzlich die Bedeutung des Unterrichts, hieß es von den Beteiligten. Viele Menschen suchten bei hohen Temperaturen Abkühlung an Seen, Flüssen oder in Freibädern. Gleichzeitig steige damit das Risiko von Badeunfällen, Kreislaufproblemen und hitzebedingten Notfällen.
Das Blaulicht- und Zivilschutzfach der Gemeinschaftsschule Bruchwiese gilt bundesweit als beachtetes Modellprojekt. In dem Unterrichtsangebot lernen Jugendliche gemeinsam mit Feuerwehr, THW, DLRG, Johannitern und weiteren Organisationen praxisnah den Umgang mit Krisen, Notfällen und Gefahrenlagen des Alltags.
Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Ressort "Panorama":
- Frankfurt/Main: Sommerbaustellen in Hessen - wo wird es eng?
- Rostock: Fall Fabian: Mehrere Polizeibeamte sagen als Zeugen aus
- Frankfurt/Main: Viele Sommerbaustellen auf Straßen und Schienen
- München: Notarzt wegen Totschlags vor Gericht
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Newcastle-Krankheit: Besiegt geglaubte Geflügel-Seuche versetzt Experten in Alarmbereitschaft06.03.2026 - 2
Unfall: Tödlicher Unfall mit Linienbus - auch Kinder darin30.04.2026 - 3
Schwedt: Oder-Ökosystem erholt - Muscheln bleiben Sorgenkind15.06.2026 - 4
Vanda Pharmaceuticals Mallorca Championships: Federico Bondioli unterliegt Adam Walton20.06.2026 - 5
Olympia 2026: Ukrainischer Skeleton-Pilot will mit verbotenem Helm starten10.02.2026
Ähnliche Artikel
Hamburger SV News: HSV-Chef Huwer über Kathleen Krüger: Steht für Bereicherung06.05.2026
Eintracht Frankfurt News: Riera zufrieden mit Eintracht-Debüt: "Viele gute Dinge"07.02.2026
40. Verhandlungstag: Block-Entführung: Team war "zusammengewürfelter Haufen"19.03.2026
Berlin: Waldbrandgefahr steigt am Sonntag auch in Berlin26.06.2026
Angelo Stiller privat: So lebt der Stuttgarter Nationalspieler nach der Trennung heute19.02.2026
Laura Müller: Unerwartete Trennung - Frau von Michael Wendler zieht Schlussstrich12.04.2026
Fußball-WM: DFB-Gegner Elfenbeinküste schockt Frankreich04.06.2026
Wetter in Rheinland-Pfalz: Kein Gießwasser mehr aus Bächen: Mainz spricht Verbot aus26.06.2026
München: Trainingsauftakt der Münchner "Löwen"15.06.2026
Fußball-WM: Gedenken an Jota: Portugiesen spielen mit Armband-Geschenk14.06.2026













