
- Glatteis und Eisregen machen Straßen und Gehwege gefährlich
- Verdi-Warnstreiks legen Busse und Bahnen in fast allen Bundesländern lahm
- Extreme Kältewelle mit bis zu minus 20 Grad droht im Februar
Pendler in Deutschland stehen am Montagmorgen vor einer doppelten Herausforderung. Winterliches Wetter mit örtlicher Glatteisgefahr trifft auf bundesweite Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat in nahezu allen Bundesländern zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsbetrieben aufgerufen. Gleichzeitig warnt der Deutsche Wetterdienst vor gefrierendem Regen und Sprühregen in Teilen des Landes. Besonders im Nordwesten sowie in höheren Lagen im Westen und Südwesten müssen Verkehrsteilnehmer mit rutschigen Straßen rechnen.
Extreme Kältewelle droht im Februar: Temperaturunterschiede von über 20 Grad
Deutschland erlebt derzeit ein meteorologisches Extrem. Während im Nordosten eisige Kälte mit Höchstwerten zwischen minus 10 und minus 2 Grad herrscht, zeigt das Thermometer am Oberrhein frühlingshafte 11 Grad an. An der Oder werden hingegen minus 8 Grad erwartet. Der DWD prognostiziert für den Nordwesten sowie vereinzelt bis zur Landesmitte gefrierenden Regen oder Schneefall. "Da dies eine eher lokale Geschichte ist, ist entsprechende Vorsicht im Straßenverkehr unabdingbar", erklärte Meteorologin Tanja Egerer. Am Nachmittag soll die Glatteisgefahr nachlassen. Immerhin können sich Menschen in Vorpommern und im Süden über längere Sonnenphasen freuen. Der Rest des Landes bleibt überwiegend wolkenverhangen. An der Nordseeküste weht zudem frischer bis stark böiger Wind, während an den Alpengipfeln Sturmböen auftreten. Doch es könnte noch dicker kommen.
Droht der Mega-Frost? Minus 20 Grad im Februar möglich
Meteorologin Kathy Schrey von "wetter.net" warnt vor einer extremen Kältewelle, die Deutschland im Februar erfassen könnte. Laut aktuellen Berechnungen des europäischen Wettermodells drohen zur Monatsmitte zweistellige Minusgrade und nächtliche Tiefstwerte von bis zu minus 20 Grad. Neben der eisigen Luftmasse werden für die kommende Woche zudem Schneefälle und gefährlicher Eisregen prognostiziert, was erneut zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen kann.
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Leere Straßenbahnen gegen vereiste Oberleitungen
In Berlin haben sich Verdi und die Berliner Verkehrsbetriebe auf eine ungewöhnliche Lösung geeinigt. Trotz des Warnstreiks rollen die Straßenbahnen durch die Stadt – allerdings ohne Fahrgäste. Ziel ist es, ein erneutes Einfrieren der Oberleitungen zu verhindern. So soll am Dienstag nach Ende des Ausstands ein stabiler Betrieb gewährleistet werden. Die Hauptstadt kämpft zudem mit spiegelglatten Gehwegen. Die Berliner Stadtreinigung verteilt deshalb an zehn Betriebshöfen kostenlosen Splitt. Der Senat hat außerdem angekündigt, den eigentlich aus Umweltgründen verbotenen Einsatz von Streusalz vorübergehend zu gestatten. Im Harz bleibt die Lage auf der Schiene angespannt. Starke Schneeverwehungen legten den Zugverkehr zwischen Braunschweig und dem Harz lahm. Das Eisenbahnunternehmen erixx rechnet frühestens ab Montagmittag mit einem geregelten Betrieb.
29-Jähriger stirbt bei Glätteunfall in Ostfriesland
Das Winterwetter forderte bereits am Wochenende ein Todesopfer. In der Nacht zum Samstag kam ein 27-jähriger Autofahrer bei Holtland in Ostfriesland auf schneeglatter Fahrbahn von der Straße ab. Sein Wagen prallte gegen einen Baum. Für den 29-jährigen Beifahrer kam jede Hilfe zu spät – er starb noch an der Unfallstelle durch die Wucht des Aufpralls. Der Fahrer erlitt schwere Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Der tragische Unfall verdeutlicht die Gefahren, die das anhaltende Winterwetter mit sich bringt. Autofahrer sollten besonders in den frühen Morgenstunden mit glatten Straßen rechnen und ihre Geschwindigkeit entsprechend anpassen.
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