
Bei Sommerhitze sind Badeseen ein beliebtes Ziel. Das bedeutet in der Folge auch mehr Unfälle. "Einsätze mit schwer verletzten oder verstorbenen Personen gehören zu den belastendsten Situationen, mit denen Wasserretterinnen und Wasserretter konfrontiert werden können", sagt Martin Holzhause, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Besonders belastend seien Einsätze, bei denen Kinder betroffen sind, oder wenn Wiederbelebungsmaßnahmen trotz aller Bemühungen nicht erfolgreich verlaufen.
Allerdings machten solche Ereignisse nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Einsätze aus, betont der DLRG-Sprecher. Im Vordergrund stünden für die meisten Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer die Prävention, die Absicherung von Gewässern sowie Hilfe und Rettungen.
Wasserretter werden fachlich und psychosozial vorbereitet
"Einsätze mit Todesfällen sind eher selten, prägen sich aber oft besonders ein", sagt Holzhause. Die Wasserretter der DLRG würden auf solche Situationen sowohl fachlich als auch psychosozial vorbereitet. Regelmäßiges Training und klare Abläufe würden Handlungssicherheit schaffen und helfen, auch unter hoher emotionaler Belastung professionell zu agieren. Zudem gebe es einen starken Zusammenhalt innerhalb des Teams, belastende Ereignisse arbeite man gemeinsam auf.
"Bereits in der Ausbildung werden Themen wie Stressreaktionen, Belastungen im Einsatz sowie der Umgang mit schwierigen Situationen behandelt", erklärt der Sprecher. Die Wasserretter fänden Unterstützung bei Gesprächen im Team sowie bei speziell ausgebildeten Kräften der Psychosozialen Notfallversorgung.
Nach belastenden Ereignissen könnten viele Kräfte bereits nach einer kurzen Phase der Nachbesprechung ihren Dienst fortsetzen. Manchmal ist es laut DLRG-Sprecher aber auch sinnvoll, die Retter vorübergehend aus dem Geschehen herauszunehmen oder ihnen eine Pause zu ermöglichen. Entscheidend sei dabei immer die individuelle Situation.
Viele Freiwillige bei der DLRG im Einsatz
Auch im Sommer, wenn sich viele Menschen an den Badeseen aufhalten, seien die Teams der DLRG im Allgemeinen gut aufgestellt, sagt Holzhause. Allein in der DLRG seien jedes Jahr rund 50.000 Freiwillige dabei. Die Zahlen bewegten sich demnach auf einem konstanten Niveau. Ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer seien immer willkommen.
"Klar ist aber auch: Die deutliche Mehrheit der tödlichen Unfälle passiert abseits von bewachten Badestellen und Schwimmbädern", sagt Holzhause. Es ließen sich nicht alle Gewässer bewachen.
Einen Fachkräftemangel beklagt der Bund Deutscher Schwimmmeister seit Jahren. Den Angaben zufolge fehlt es inzwischen an rund 3.000 Fachangestellten für Bäderbetriebe in Deutschland. Deshalb erhielten die Bäder Unterstützung von ehrenamtlichen Rettungsschwimmern, die Personalengpässe abfederten oder zu den Hauptbesuchszeiten an den Wochenenden zusätzlich im Einsatz seien.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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