
Gut fünf Monate nach den Schüssen vor einer Bar im Düsseldorfer Medienhafen hat vor dem Landgericht der Prozess gegen einen Türsteher begonnen. Der Angeklagte ließ zum Auftakt über seine Verteidiger erklären, er habe aus Notwehr gehandelt.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm dagegen versuchten Totschlag vor. Er soll in der Nacht zum 14. Dezember vor der Bar mehrere Schüsse abgefeuert haben. Ein 54-Jähriger sei dabei lebensgefährlich verletzt worden, ein 19-Jähriger habe einen Schuss in die Hüfte erlitten. Der 54-Jährige erlitt nach Gerichtsangaben einen Hirnschaden und ist heute ein Pflegefall.
Nach Darstellung der Anklage soll der 49-jährige Türsteher dem 54-Jährigen gezielt in den Kopf geschossen haben, als dieser versucht habe, sich an einem parkenden Auto hochzuziehen. Die Verteidiger bestreiten das. Ihr Mandant habe nicht auf den Mann geschossen, als dieser am Boden gelegen habe.
Auslöser wohl Streit um Einlass
Auslöser der Auseinandersetzung war laut Anklage ein Streit um den Einlass in die bereits volle Bar. Der Türsteher habe zwei jungen Männern den Einlass verweigert. Einer der beiden habe daraufhin seinen Vater verständigt.
Nach Angaben der Verteidigung sei der 54-jährige Vater sehr aggressiv aufgetreten und habe den Türsteher bedroht. "Wenn ich will, bezahlt ihr alle bald Schutzgeld", habe der aufgebrachte Vater gerufen.
Dann habe er eine Pistole gezogen, die der Angeklagte ihm entrissen habe. Daraufhin habe der Vater ein Messer gezogen. Deshalb habe ihr Mandant, der Türsteher, um sein Leben gefürchtet und geschossen.
Türsteher kein Unbekannter
Der Türsteher ist für die Behörden kein Unbekannter. Gegen ihn war schon wegen Bedrohung, Beleidigung, Betrugs, gefährlicher Körperverletzung, Geldwäsche und illegalem Glücksspiel ermittelt worden.
Für den Prozess sind bis Ende August 15 Verhandlungstage angesetzt. Am nächsten Verhandlungstag sollen erste Zeugen gehört werden, darunter auch der verletzte 19-Jährige.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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