
Unbekannte Täter haben auf dem Kieler Südfriedhof alevitische Gräber geschändet. Zehn Gräber seien mit roter Farbe besprüht worden, sagte eine Polizeisprecherin. Der Staatsschutz ermittelt in dem Fall, weil ein religiöser Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann. Es wurde Strafanzeige wegen Störung der Totenruhe erstattet. Der Tatzeitraum liegt demnach zwischen dem 18. und dem 22. Juni. "Bislang sind keine ähnlich gelagerten Fälle bekannt", sagte die Sprecherin. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Die alevitische Gemeinde in Kiel reagierte bestürzt auf den Vorfall und forderte eine umfassende Aufklärung des Sachverhalts. Nach aktuellem Kenntnisstand seien ausschließlich Grabstätten alevitischer Verstorbener betroffen. "Wer die Grabstätten einer religiösen Minderheit schändet, verletzt nicht nur die Würde der Verstorbenen und die Gefühle der Angehörigen, sondern auch das Sicherheitsgefühl einer ganzen Gemeinschaft", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der alevitischen Gemeinde, Deniz Kaşal, in einem Statement auf Instagram.
Stenke:
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Wir stehen fest an der Seite der Alevitinnen und Aleviten
"
Schleswig-Holsteins Kulturministerin Dorit Stenke (CDU) bezeichnete die Schändung alevitischer Gräber als Angriff auf die Würde der Verstorbenen und auf den Frieden ihrer Familien. "Farbe lässt sich entfernen. Die Verletzung und Verunsicherung, die eine solche Tat hinterlässt, wiegen schwer." Dass nach bisherigem Stand ausschließlich alevitische Gräber betroffen sind, bezeichnete sie als alarmierend. "Die genauen Motive müssen die Ermittlungen klären." Eine solche Herabwürdigung habe im Norden keinen Platz.
Schleswig-Holstein und die Alevitische Gemeinde Deutschland verbinde seit 2021 eine vertraglich verankerte Partnerschaft, die auf Religionsfreiheit, Toleranz und gegenseitigem Respekt beruhe, sagte Stenke. "Wir stehen an der Seite der betroffenen Familien und aller Alevitinnen und Aleviten in unserem Land."
Die alevitische Gemeinde in Kiel hat nach eigenen Angaben rund 500 Mitglieder und ist eine von fünf alevitischen Gemeinden in Schleswig-Holstein. Im Norden gibt es den Angaben der Gemeinde zufolge rund 20.000 Aleviten. Davon lebten etwa 3.000 Aleviten in der Landeshauptstadt.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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